Schuld hat viele Gesichter

6 Gäste hat Frank Plasberg zum Thema “Wenn sich das Gewissen rührt – leben mit der Schuld” eingeladen. 1std:26min ist viel Zeit, dennoch bin ich mir sicher, dass Menschen, die unter Schuldgefühlen leiden, gerne die Zeit investieren.  Gerade die Schuld braucht Verständnis.

Die persönlichen Geschichten und  Standpunkte zeigen  sehr anschaulich, wieviel Gesichter die Schuld hat.

  • Eine Polizistin, die aus Notwehr getötet hat und bis heute unter ihren Schuldgefühlen leidet.
  • Ein Schiedrichter, der weiß, dass er Fehler macht und dennoch keine Schuld verspürt.
  • Ein Familienvater, der von Frau und Kindern verlassen wurde und sich schuldig fühlt.
  • Ein Strafverteidiger, der weiß, dass es immer ein Täter gibt, aber nicht immer einen Schuldigen.
  • Eine Psychologin, die in ihrer Praxis täglich mit Schuldzuweisungen in Beziehungs- und Familienkrisen zu tun hat.
  • Ein Schauspieler, der ins Gefängnis musste, weil die Sucht ihm das Gefühl für Grenzen nahm.

4 Kommentare zu diesem Beitrag.

  1. Martina Kage sagt:

    Ich wusste das du die Sendung gesehen hast. Oft denke ich bei bestimmten Sendungen an dich – sowie auch bei dieser Sendung. Mir fällt auf – wir schauen oft die gleichen Sendungen. Wie meinst du das, das grade die Schuld Verständniss braucht?

  2. Birgit-Rita Reifferscheidt sagt:

    Schön von dir zu lesen. Ich habe dir doch immer gesagt, es gibt viele Parallelen in unseren Lebensgeschichten. Es gibt eine sso große Programmvielfalt, wir treffen was uns betrifft.

    Verständnis im Sinne von Verstehen.

    Ich setze oft anstatt von Schuld das Wort Verantwortung ein.
    Dann kann ich mich fragen, wofür bin ich bereit die Verantwortung zu übernehmen oder wo muss ich die Verantwortung übernehmen,was ist auf keinen Fall meine Verantwortung.

    Das haben meiner Meinung nach alle Gäste getan und so einen Weg für sich gefunden.

  3. Katja Purnhagen sagt:

    Die Sendung war superspannend und ich habe ihr beim Gärten Zeichnen mit großen Ohren gelauscht und in den letzten Tagen viel darüber nachgedacht und nachgefühlt.

    Immer mehr komme ich dahin, dass das Gefühl der Schuld wirklich Sinn macht, wenn es dazu führt den Blick zu öffnen, ‘Fehler und Versäumnisse’ im eigenen Handeln klarer zu sehen und auch nur dafür (!) die Verantwortung zu übernehmen. Dann kann Aussprache und ehrliche ‘Ent’schuldigung entstehen und es gibt Raum für ein neues und heilsames Miteinander.

    Ich wünsche mir, dass es in unserer Gesellschaft immer üblicher wird zu ‘Versäumnissen und Fehlern’ offen zu stehen um dann konstruktiv das Beste aus der jeweiligen Situation machen zu können und daraus für die Zukunft zu lernen. Ich habe schon oft erlebt, dass dann – statt Aussitzen – früh erkannte und offen benannte ‘Fehler’ in gutes und zukunftsfähiges Handeln führen.

  4. Martina Kage sagt:

    Die Antwort habe ich jetzt einige Tage wirken lassen. Ich merke – meine Verantwortung zu übernehmen bedeutet für mich – bis auf den Grund zu fühlen, wofür ich nicht bereit bin Verantwortung zu übernehmen. Fühle ich nicht bis auf den Grund, bleibe ich im Gefühl der Schuld hängen. Die Angst ist größer mich zu zeigen, gegenüber anderen und vorallem mir selbst gegenüber. Die Essenz ist jedoch sehr spannend. Ich erlebe je bewusster ich mir das mache, desdo mehr kann ich Mitgefühl für mich in meinem Herzen fühlen und führt mich so aus der Schuld in meine Verantwortung. Jetzt habe ich die Wahl – für was ich mich entscheiden möchte.
    Jetzt kann ich deinen Satz:”Gerade die Schuld braucht Verständnis”, verstehen. Dieser Satz wird mich noch eine Weile beschäftigen.

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