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Überdimensionales Geben verhindert das Nehmen können

aus + 1 Kommentar + 26.12.2009

250.000 Kinder in Deutschland versorgen ihre chronisch kranken Eltern. Aus Angst vor dem Jugendamt, aus Scham vor der Gesellschaft müssen diese Kinder  ein Pflegeprogramm leisten, in einer Zeit, in der sie eigentlich selbst noch Hilfe und Unterstützung brauchen.

Natürlich kann man sagen, dass diese Kinder früh lernen Verantwortung zu übernehmen, selbstständig sind und eine enge Bindung zu ihren Eltern haben, andererseits ist nachgewiesen das die möglichen psychischen Spätfolgen doppelt so hoch  sind, wie bei Kindern , die ihrem Alter entsprechend Unterstützung finden.  Ihn bleibt versagt das Nehmen zu erleben. Zu erleben, dass sie wertvoll sind. Zurück bleiben zutiefst bedürftige Menschen, die sich nicht spüren können, weil sie nicht gesehen worden sind.

Ich bin fassungslos, was Kindern in der heutigen Zeit noch alles zu gemutet wird.

1 Kommentar

  1. Ich gehöre auch zu den überverantwortlichen Kinder, die schon viel zu früh ‘pflegeleicht’, ‘vernünftig’ und ‘selbständig’ geworden sind. Ich habe gelernt, zu geben – lange bevor ich das Nehmen gelernt hatte.

    Das Geschenk des Nehmenens habe ich erst viele Jahre später gelernt… Ich weiß daher sehr gut, was es für Beziehungen bedeutet, wenn der zwischenmenschliche Strom von Geben und Nehmen vor allem in eine Richtung fließt…

    Damit wir das Nehmen lernen können, braucht es wirklich Menschen, die Geben können… Doch manchmal können uns unsere Eltern einfach nicht das geben, was wir brauchen… Für die Grenzen meiner Eltern (und damit auch für meine eigenen)habe ich inzwischen Mitgefühl entwickelt. Mich macht es aber zunehmend zornig, wenn jemand das Geschenk des Gebens – in der Liebe oder einer guten Freundschaft – verleugnet, ignoriert oder mit Füsse tritt…


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