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Raus aus den Vorstellungen

aus + 3 Kommentare + 17.12.2012

Im September bin ich für ein verlängertes Wochenende nach Holland eingeladen worden. Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr.

Ich kann mich noch gut erinnern, als ich im Februar das erste Mal die Strände und Weite bestaunt habe. Ich war glücklich und gleichzeitg traurig. Ich genoß die klare und bitterkalte Luft. Die Sonne schien und wir hatten den Strand fast für uns alleine. Während diese Stimmung mich beglückte, war ich auch traurig, dass meine inneren Begrenzungen gesiegt hatten und ich mein I REMEMBER zu Hause zurück gelassen hatte. Zu dieser Zeit habe ich der Stimme in meinem Kopf mehr geglaubt, als meiner Begeisterung für das Projekt. “Was sollst du in Holland mit deinem I REMEMBER. Du kommst sowieso nicht dazu. Das ist kein Impuls, das ist mal wieder eine von deinen Ideen.” So oder so ähnlich spielte es sich in meinem Kopf ab. Ich konnte mir nicht vorstellen, was ich mit dem I REMEMBER in Holland anstellen sollte. Dass es gar nicht um meine Vorstellungen ging, hatte ich in dem Moment irgendwie vergessen. Beim ersten Blick in die Weite fiel es mir wieder ein.

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Der Ärger und die Enttäuschung über meine begrenzte Entscheidung saß tief. So tief, dass ich bei meinem 2.Trip im September die Tüte mit den Buchstaben vor der Reisetasche ins Auto packte. Am Strand angekommen, ließ ich die Tüte mit I REMEMBER erst mal wieder zurück im Auto. Es waren ungefähr 200m Fußmarsch vom Parkplatz bis zum Strand. Auf der Hälfte der Strecke hielt ich inne :”Soll ich I REMEMBER jetzt schon mitnehmen”, hörte ich mich fragen. Dank der Unterstützung meiner Freundin drehte ich mich auf dem Absatz rum und lief zurück zum Auto. 30 Jahre kennen Sylvia und ich uns schon. Wir sind gemeinsam durch dick und dünn  gegangen. Miteinander haben wir Zeiten großer Nähe und großer Distanz  erlebt. Unsere Verbindung ist tief. Wir hören einander zu. Aus diesem Grund brauchte es nicht viel von ihr. Wie dankbar bin ich für diese Freundschaft!

Kaum hielt ich I REMEMBER in meinen Händen – war kein Halten mehr. Mein Denken war ausgeschaltet, die Begeisterung hat die Führung übernommen. Ich folgte jedem Impuls. Wir probierten, experimentierten und  fotografierten.

Holland

Erst Zuhause beim Betrachten der Fotos ist mir aufgefallen, dass wir die ganze Zeit mit den Begrenzungen und dem Schatten gespielt haben bis…..

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

…..wir schließlich in der Grenzenlosigkeit angekommen waren.

Diese Erfahrungen hat mich mal wieder daran erinnert, dass es nur meine Begrenzungen sind, die mich von meiner Kreativität trennt. Was alles möglich ist, wenn ich meinen Körperimpulsen folge und mich meinen Händen überlasse. Diese beiden Goldstücke führen mich raus aus meinen Vorstellungen.

Auf zur nächsten Erfahrung. I REMEMBER – Ich folge Dir!

3 Kommentare

  1. Eine weitere Fortsetzung – spannend. Schon bei der ersten Episode “I Remember” habe ich mir die Frage gestellt, warum die Worte “I Remember”? Wofür stehen diese Worte, was steckt “in” dieser Erinnerung alles drinnen? Warum sind es gerade diese Worte?
    Eine tolle Idee dieses “Projekt”. Im Grunde ist die Wahl der Worte “fast einerlei”, denn mir als Betrachter steht offen wie ich den Raum der Worte fülle. Das macht Kunst doch aus oder!? Dem Betrachter steht jede Menge Freiraum zur Verfügung, den der Künstler (die Künstlerin) durch einem gefolgten im Aussen sichtbaren Impuls zur Verfügung stellt. Sehr inspirierend.


  2. Gut gesagt. Ich freue mich, dass du dich von dem Freiraum inspirieren lässt. Ich wünsche dir ein frohes Fest und einen guten Übergang ins neue Jahr. Ich bin schon gespannt wohin das Projekt mich führt.


  3. Das wird spannend…ich weiß es. Das mit den Begrenzungen kenne ich so gut. Bauchschmerzen und Schlaflosigkeit… aber wenn ich durch die Begrenzungen gegangen bin, ist es ein fantastisches Gefühl von Freiheit und pulsierender Kraft. Im Alltag und auch im kreativen schaffen… Leider merke ich noch nicht schnell genug, dass ich in einer Begrenzung hänge.
    Ich wünsche Dir weiterhin frohes schaffen…


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