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When too perfect, Gott böse

aus + 3 Kommentare + 21.01.2013

Was so leicht und einfach begann, wurde von Woche zu Woche schwerer. Was ist passiert? Ausgerechnet bei meinem Herzensprojekt I REMEMBER. Wo ist die Begeisterung und Freude geblieben?

Im Oktober 2012 habe ich Julia Ingmanns gefragt, ob sie Lust hat auf I REMEMBER. Ich habe Julia vor mehr als 10 Jahren kennengelernt. Damals war sie 13 Jahre alt. Wir haben seither schon einige Abenteuer zusammen erlebt. Im letzten Jahr war sie, nach Beendigung ihres Studiums zur Sozialpädagogin, für einige Monate in Afrika. Die Zeit auf dem anderen Kontinent hat prägende Spuren hinterlassen. Die vielen Male, die sie mit den fröhlichen und gastfreundlichen Menschen gesungen, getanzt und getrommelt hat, strahlt ihr aus jeder Zelle. Die großen Herausforderungen, die sie täglich in der Fremde zu bewätigen hatte, haben sie reifen lassen und ihr Gelassenheit geschenkt.

Ausgerüstet mit einer geliehenen Kamera, I REMEMBER Im Sack und großer Lust auf eine kreative Zeit, haben wir uns bei strömendem Regen auf zum Rheinufer gemacht. Dort angekommen hat Julia sofort die Führung übernommen. Fast wortlos hat sie mich auf die Reise geschickt. Julias Führung bestand darin, jede Bewegung willkommen zu heissen. Mich haben meine körperlichen Impulse geführt. Immer wieder hat sie mich erinnert, mich einfach meinen Bewegungen hinzugeben. Wir haben uns nach kürzester Zeit völlig flüssig miteinander bewegt.

Nach 2 Monaten, es war Anfang Dezember, habe ich das erste Mal versucht, Fotos von diesem Tag in einer Collage zusammen kommen zu lassen. Ich brauchte Abstand, um die Essenz des Tages in den Fotos sehen und fühlen zu können. Dieser Vorgang fällt mir normalerweise sehr leicht. Immer wieder habe ich es versucht, aber es wollte einfach nicht gelingen. Nachdem ich innerhalb von 2 Wochen 5x alles in den Papierkorb gelegt hatte, habe ich begonnen mal genauer hinzuschauen. Es gab etwas, was mich hinderte in den Fluss zu kommen. Immer wieder schaute ich auf die Fotos und konnte die Freude in ihnen spüren. Was blockierte mich jetzt bei der Auswahl? Was hinderte mich ins Wort zu kommen?

Nachdem die ersten drei I REMEMBER-Artikel wie von selbst aus meinen Händen geflossen sind, war ich mit dem 4.Artikel bei meinem Anspruch nach MEHR angekommen. Ich konnte nicht mehr einfach nur das schreiben, was gerade da war.

Das ist das beste Mittel um meinen kreativen Fluss zu unterbrechen. Der Künstler Nam June Paik hat einmal den Satz “When too perfect, Gott böse” kreiert. Er hilft mir immer wieder, wenn ich mich im Wollen verirre. I REMEMBER!
Danke Julia für die Leichtigkeit des gemeinsamen Sein. Danke Nam June Paik für den erlösenden Satz. Er hat mich mal wieder erinnert, das meine Kreativität ihre eigene Zeit hat und das es in der Mitte fliesst.

Ich bin bereit für die nächste Erinnerung.

3 Kommentare

  1. Dankbarkeit und Wertschätzung kommen immer wieder auf, wenn ich diesen Artikel nun schon zum 20. Mal lese. 🙂 Die Kollagen sind wirklich wunderbar und jede Einzelne insich sehr stimmig. Ich erinnere mich auch immer wieder gern. Danke für deine Worte!


  2. Eine Fortsetzung. Und präsentiert wird eine Zusammenkunft die herrliche Bilder zum Betrachten hinterlassen hat. Schön anzusehen!
    Und es ist wohl doch nicht ganz “einerlei”, welche Worte gewählt werden. Denn “I Remember” als Namen schafft einen Rahmen, der scheinbar Unvorhersehbares lösen kann, was irgendwie in seiner Richtung fest geworden ist. Wohl geformt, frei und doch nicht ohne Rahmen.


  3. @Julia
    Es freut mich, dass ich auch deine Mitte getroffen habe. Beim Schreiben und Zusammenstellen habe ich automatisch durch 4 Augen geschaut.
    @Inga Dragic Oltersdorf
    An deinem Kommentar merke ich einmal mehr, wieviel Spielraum I REMEMBER lässt. Jetzt war es so, wie du es beschreibst. Ich bin selbst immer wieder gespannt, was passiert. Es ist immer wieder neu.


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