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Zwischen Klostergarten und Domplatte

aus + 4 Kommentare + 07.01.2014

Es ist fast ein Jahr vergangen, seit ich mit I REMEMBER zwischen Klostergarten und Domplatte unterwegs war. In der Zwischenzeit ist
I REMEMBER mit dem SONNOS-Forschungsprojekt ‘Kreatives Wir’ unterwegs gewesen und hat mich und andere erinnert. Ausserdem hat es mal wieder eine ganze Weile gebraucht ins Wort zu kommen. Das zwischen Erfahrung und Posting einiges an Zeit liegen muss, bin ich ja schon gewohnt.

Nach 3 Frauen war Stefan Strobel war der erste Mann, der spontan zu
I REMEMBER  ja gesagt hat. Er war neugierig genug, sich ohne große Erklärung auf das flüssige Experiment einlassen zu können. Nachdem er hörte, dass er den Ort des Geschehenes wählen soll, stand die Frage im Raum, ob es denn auch 2 Plätze sein dürfen. Genau darum ging es mir bei
I REMEMBER – dem ersten Impuls folgen. Seine erste Wahl fiel auf ein Kloster. Danach wartete die Kölner Domplatte auf uns.

Von Beginn an hat uns die stille Freundlichkeit im Kloster berührt, bewegt und inspiriert. Der göttliche Funke hat uns mit seiner Leichtigkeit entflammt. Zwischen nährendem Schweigen und herzhaftes Lachen haben wir magische Stunden mit I REMEMBER  in der Parkanlage erlebt. Abgerundet haben wir unsere Zeit mit einem Besuch in der Klosterkirche.

Kloster1

Beseelt von dieser Erinnerung sind wir einige Wochen später gemeinsam auf die Domplatte gefahren. Wir haben uns bemüht wenig über die Erfahrung zu sprechen und sie zu reflektieren. Wir wollten möglichst unbefangen in die zweite Erfahrung gehen. Der Wettergott meinte es an diesem Tag besonders gut mit uns. Wurden wir im Kloster im wieder vom Regen überrascht, strahlte an diesem Tag unaufhörlich die Sonne.

Dom2

Wie schon im Kloster, folgten wir, dieses Mal zwischen all den Menschen, unseren Impulsen. Es dauerte nicht lange, da blieben die ersten Neugierigen stehen. An was soll ich mich erinnern, war die Frage, die wir am häufigsten hörten. Lediglich der Tonfall und die Sprache varierte. Mal klang die Frage freundlich und offen. Mal ironisch oder abwertend. Mal waren Menschen einfach nur irritiert oder wortlos.

Obwohl großes menschliches Treiben auf dem Platz herrschte, waren die Stunden anstrengungslos. Stefan Strobel und ich waren gut miteinander verbunden. Den Grundstein dazu hatten wir in der klösterlichen Ruhe gelegt. Diese tiefe Kraft der Verbundenheit, außerhalb von Wollen oder Nichtwollen, hat uns bewegt und andere berührt. Viele Menschen waren inspiriert und begannen selbst Fotos zu machen und ins Gespräch zu kommen.

Nachdem wir einige Mal den Platz gewechselt haben und  I REMEMBER ein und wieder ausgepackt hatten, löste sich die Tüte auf. Diese Tatsache und unser knurrender Magen waren deutliche Zeichen für das Ende unserer Erfahrung. Bei einen frisch gezapften Kölsch und gutbürgerlicher Küche haben wir den Tag ausklingen lassen.

Heute, 1 Jahr später, staune ich wie anstrengungslos das Erinnern sein kann, wenn die Kraft in der Stille und Verbundenheit entspringt.

4 Kommentare

  1. Das ist eines der genialsten Kunstprojekte, das ich kenne. Hier wird Individuelles groß gedacht und persönlich bewegt. Hier verbindet sich die Freude am Selbstausdruck mit der Kraft des Dialoges. In diesem Projekt steckt so viel Beziehungskraft. Ich kann förmlich fühlen, wie Originalität aus der kreativen Verbindung der Begegnung entsteht… Großartig.


  2. …..und wenn das Ganze dann von aussen ins Wort gebracht wird, bekomme ich nochmal eine ganz neue Beziehung zu meinem Projekt. Danke für die Wertschöpfung.


  3. Das Lesen der Zeilen versetzt mich im Nu ein Jahr zurück. Ich erinnere das damalige Gefühl der Überraschung, aufkommender Fragen und der Entscheidung zum spontanen „JA, ich will“. Ich hatte keine Ahnung um was es geht, und dennoch war es leicht JA zu sagen, auch weil es eine Vertrauensbasis gibt in unserer Beziehung.

    Was danach passiert ist, war so nicht planbar: Ruhe, Nähe, Kraft und Zweierbeziehung im Kloster verbunden mit Leichtigkeit, tiefer Freude, Sonne, Neugier und vielen Menschen auf der Domplatte.

    Für mich ist das ein einzigartiges Kunst-, Lebens- und Beziehungsgeschenk. In unserer Verbindung war es leicht auch „ungewöhnlich“ zu sein – sich z.B. vor den Dom inmitten aller Menschen auf den Boden zu legen, mit „I Remember“, uns Selbst, unserer Beziehung und auch anderen Menschen zu „spielen“. Wir waren „reich“ an dem Tag: ein Projekt, zwei Menschen, ein Paar, eine Gruppe und Viele. Danke.


  4. @ Stefan Strobel
    So tief wie wir uns berühren lassen, so tief können wir andere berühren. Wie schön,dass ich Dich so tief mit I REMEMBER berühren konnte.
    Danke, dass Du mich erinnert hast.


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