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Per Webcam ins Klassenzimmer

aus + 1 Kommentar + 18.03.2008

Tim Ney ist seit Monaten an Leukemie erkrankt. Am meisten leidet er darunter, dass er nicht mit seinen Klassenkameraden, ganz normal zur Schule gehen kann. Die moderne Technik hilft ihm seinen sehnlichsten Wunsch, wenigstens zum Teil, zu erfüllen. Er ist täglich, via skype mit seinen Kameraden in der Schule verbunden. Vor kurzem ist er sogar zum Klassensprecher gewählt worden.
Tims Klassenlehrerin – sie ist schon etwas älter- geht völlig selbstverständlich mit der Situation um und lernt mit den Kindern gemeinsam die neue Technik kennen. Wenn es heißt Partnerübung wechseln sich seine Klassenkameraden ab . Ein Mitschüler arbeitet in diesem Fall dann unmittelbar mit Tim am Computer.
Die Mitte in den Dingen können wir nur entdecken, wenn wir uns nicht nur das Leid anschauen, sondern auch die Möglichkeiten, die es eröffnet. Natürlich ist es sehr traurig, dass Tim an Leukemie erkrankt ist. Es ist hart wenn ein so junger Mensch schon so früh leiden muss. Von der Sorge und Not der Eltern mal ganz abgesehen. Für sie mag es schwierig sein, Chancen in der Situation zu sehen. Die Angst um das Leben des Kindes und der Schmerz, ihn so leiden zu sehen ist verständlicher Weise oft zu groß.

Ich weiss aus eigener Erfahrung, wie schwierig es oft ist, den Sinn zu sehen, wenn das Leid so groß ist. Dennoch hat mir die Sichtweise oft viel Halt gegeben. In Fall von Tim habe ich keine persönliche Anbindung und es ist leichter beide Seiten zu sehen.

Ich sehe dasTims Krankheit, ihm und seinen Mitschüler die Erfahrung schenkt

Was sehen sie?

1 Kommentar

  1. Ich schaue mir das Video von Tim Ney an und es kommen mir die Tränen…
    Was ich sehe? Ich sehe einen Jungen, dessen Vater die Bedürfnisse seines Sohnes hört und ernst nimmt. Durch das Internet hat Tim die Möglichkeit, sich mit der Welt zu verbinden, mit seiner Klasse. Damit gibt es für ihn einen Weg, dass er dort abgeholt wird, wo er ist: nämlich im Krankenhaus, auf Grund seiner Krankheit.
    Das Internet bietet ihm die Möglichkeit, trotz seiner Krankheit nicht in Isolation zu verharren, sondern er geht in seinem Tempo weiter, wieder in Richtung Welt.


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